




Als „Emigrantski Raggamuffin Style“ beschreiben die Musiker von Rotfront ihre Musik. Tatsächlich fließen bei der 9-köpfigen Kombo aus Berlin Einflüsse verschiedenster Herkunft ein. Was die unterschiedlichen Sprachen nicht verbinden können verbindet die Musik, denn so bunt wie man international zusammengewürfelt ist, so geht es auch instrumental zu. Akkordeon, Klarinette, Saxophon, Posaune und Trompete
mischen sich zur herkömmlichen Ausstattung mit Gitarre, Bass und Schlagzeug. Und auf der Bühne treiben sie mit einigen MCs, Sängern und Sängerinnen das Publikum an.
Als DJ und Mitbegründer der legendären Berliner Partyreihe „Russendisko“ lernt Yuriy Gurzhy 2001 den ungarischen Musiker Simon Wahorn kennen, der schon als Initiator des HungaroGroovers Soundsystems auf der Bühne stand. Gurzhy stammt aus dem russisch-sprechenden Teil der Ukraine und verbindet mit Jüdischer und Griechischer Abstammung Vorlieben zu Klezmer- und Rembetikomusik.
Ohne gemeinsame Muttersprache gründen sie wenig später die Band Rotfront. Mit der Zeit stoßen immer mehr Musiker zur Band. Sie covern viel und versuchen alten Volksliedern durch moderne Interpretationen neues Leben einzuhauchen.
Als plötzlich der Schlagzeuger der Band eine Berufslaufbahn als Arzt einschlägt und die Backgroundsängerinnen Kinder bekommen, bricht die Besetzung auseinander. Zu diesem Zeitpunkt hat die Band zwar regelmäßige Auftritte, kommt aber über die Musik als Hobby nicht hinaus.
Yuriy und Simon agieren zeitweise als Soundsystem, holen sich dann mit Anke Luchs eine Posaunistin ins Boot.
Die Gruppe wächst um weitere Bläser und wird wieder zu einer Band. Sie formen ihren neuen Sound Emigrantski Raggamuffin als eine Mischung aus Reggae, Ska, Klezmer, Balkan Folk und Hiphop. Etwa seit 2006 heizen sie fast regelmäßig den Bühnen in Deutschland und Europa ein. Als Hausband des Kaffee Burger - dem Geburtsort der Russendisko - erspielt sich die Band den Ruf einer ultimativen Partyband. Nachdem sich die Besetzung gefestigt hat, nehmen Rotfront 2008 zusammen mit Produzent Kraans de Lutin ihr Debütalbum auf, das im Juni 2009 erscheint.
Jeder der Musiker bringt seinen eigenen Hintergrund in den Sound ein und davon gibt es genügend. Die Besetzung der Band wechselt von Mal zu Mal, denn sie besteht aus eigenständigen Künstlern, die nicht nur im Musikgeschäft tätig sind. Die ungarische Sängerin Dorka Gryllus ist gleichzeitig Schauspielerin. Der australische Saxophonist Dan Freeman versucht sich nebenher als Solo Indie-Sänger und Schlagzeuger Jan Pfennig ist sogar fester Bestandteil der Crew des Berliner Hip-Hoppers SIDO und beteiligt sich dazu an einigen Projekten im Raum Berlin. Mad Millian peppt die Gruppe mit deutschem Hiphop musikalisch auf. Mit DJ Craft von K.I.Z. und Ranking Smo stoßen manchmal weitere MCs dazu. Sie verbinden die internationale Kombo sprachlich mit Berlin. Zur Gruppe gehören auch Max Bakshish, Klezmerklarinettist mit eigener Brass Band, Posaunistin Anke Luchs, die auch mit eigenen Jazz-Kombos in Berlin zu erleben ist sowie der musikalische Allrounder Daniel Kahn. Dieser lernte das Theaterspielen in New Orleans und spielt jetzt in Europa mit eigener Band „The Painted Bird“ als Sänger, Gitarrist und Pianist. Durch sein Akkordeonspiel verleiht er Rotfront den osteuropäischen Folksound.
Die Gründer Yuriy Gurzhy und Simon Wahorn singen, spielen Gitarre und Bass. Beide teilen sich die inhaltliche Verantwortung ihrer Songs. Dementsprechend wird mal auf Ungarisch, Russisch, Englisch oder auf Deutsch gesungen. Alle wohnen in Berlin und sprechen deutsch. Mit ihrer großen internationalen Besetzung durchbrechen die Musiker von Rotfront Grenzen und sind ein Beispiel für den kulturellen Austausch zwischen Ost und West.
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Klatsch & InfoInterview mit Yuriy Gurzhy und Simon Wahorn von Rotfront am 28.4.2009 Do 30. Apr 09, 16:38
(Es hat noch niemand abgestimmt)
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Stadtmonster: In einem Monat kommt euer 1. Album raus. Was haben wir zu erwarten? Yuriy: Natürlich die beste Platte aller Zeiten. Es ist ein absolutes Crossover-Produkt, das in keine Schublade gesteckt werden kann. Ich bin seit mittlerweile 10 Jahren DJ der Russendisko und Simon, der gerade Kaffee holt, macht auch legendäre Hungaro-Grooves. Wir spielen also die Musik aus unseren Heimatländern. Die hat sich auch schon in Westeuropa etabliert. Als ich nach Deutschland gekommen bin, fehlte mir eine Veranstaltung, bei der meine Lieblingsmusik gespielt wurde. Deswegen bin ich DJ geworden. Die Musik hat sich als sehr tanztauglich ergeben. Unsere Musik ist schon ein bisschen anders, als die Musik hier. Rotfront bildet da eine Brücke zwischen unserer alten und neuen Heimat. In unseren Texten setzen wir uns mit unserem Leben fernab der Heimat, hier in Berlin auseinander.
Yuriy: Am Anfang gab es schon den Namen und die Band. Aber es waren andere Leute und wir spielten mehr als Hobby. Damals waren wir noch mit anderen Sachen beschäftigt und konzentrierten uns eher darauf Musik zu covern. Wir haben damals Lieder gecovert, die keiner kannte. Es waren alte Lieder aus der Ukraine und aus Ungarn. Wir wollten Die einfach in neuen Arrangements spielen, sie modern klingen lassen.
Yuriy: Die war perfekt. Wir haben uns auf natürliche Weise ergänzt, denn er kommt aus einer anderen Ecke, mit der wir aber viel anfangen können. Ich mag seine Produktionen. Und wir haben auch sonst viel gemeinsam. Wir beide sind große Reggae-Fans. Er kommt eigentlich aus einer Hiphop-Ecke, das ist für uns auch ein wichtiges Thema. Weil wir beide noch andere Dimensionen in unserer Musik haben, konnten wir uns gegenseitig bereichern. Es hat Spaß gemacht. Für uns waren seine Erfahrungen sehr wichtig.
Simon: Natürlich.
Simon: Die kamen einfach nacheinander.
Yuriy: Solange es weniger als 9 sind funktioniert es eigentlich immer.
Simon: Yuriy schreibt am meisten. Wir beide schreiben eigentlich alles. Jeder schreibt was für sich und das entwickeln wir dann zusammen
Yuriy: Im Studio gibt es verschieden Phasen. Wenn man einzelne Spuren aufnimmt, ist das eher harte Arbeit.
Yuriy: Das ist eigentlich zufällig entstanden. Die erste Besetzung war eher deutsch. Wir hatten da noch einen MC, der hat auf Englisch gerappt. Für uns war es klar, dass wir in unserer Muttersprache singen. So waren wir schon ein wenig international. Wir haben aber nicht geplant so viele Nationalitäten aufzunehmen. Geplant waren nur viele Backgroundtänzerin
Simon: Wir sprechen deutsch. Wir wohnen alle in Berlin.
Simon: Es ist schwierig, aber wir sind alle bereit zu opfern, wenn es darauf ankommt.
Yuriy: Die Beschreibungen sind immer doof. Das ist ein Pool von Schubladendenken. Wenn man sagt man macht das Eine, grenzt man das Andere aus.
Simon: Der Name Emigrantski Raggamuffin sagt alles über uns aus. Wir sind alle Emigranten und bringen unsere Kultur mit in den Sound. Wenn man seine Heimat verlässt, bekommt man eine andere Sicht auf seine Kultur. Das heißt, dass wir diese verschiedenen Kulturen offen miteinander…
Beide: Hoffentlich. Da gibt’s dann ein Regal, da stehen nur wir drin.
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Klatsch & InfoCD-Release-Estrava
(Es hat noch niemand abgestimmt)
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Zur Veröffentlichung ihres Debütalbums „Emigrantski Raggamuffin“ veranstaltet Rotfront vom 30.5. bis zum 5.6. einen Releasemarathon. 7 Nächte lang erwartet uns ein buntes Programm mit DJ-Programm und Live-Performance von Rotfront und Gästen. Mit dabei sind Freunde der Band, die maßgeblich an der Entstehung des Albums beteiligt waren. Dazu werden einige Mitglieder von Rotfront ihre Soloprojekte vorstellen. | ||
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RezensionRecord-Release-Est ![]() ![]() ![]() ![]()
(Es hat noch niemand abgestimmt)
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Das ist doch mal ein CD-Release der Extraklasse. 7 Tage jeden Abend eine Party. Da hat sich Rotfront ganz schön was vorgenommen. Es war der 6. Tag ihres Release-Marathons. Daniel Kahn machte den Auftakt. Mit Ziehharmonika und Ukulele stimmte er das ankommende Publikum auf einen lustigen Abend ein. Unterstützt vom Klarinettisten seiner Band „The Painted Bird“ sang er Volkslieder und stellte die ersten Songs seiner neuen Platte vor. Musikalisch lässt sich die Band nichts mehr vormachen. Sie spielten gekonnt mit ihren Songs, gingen mal in Solos über, ließen sie kurz ausklingen um sie noch einmal mit voller Wucht in den kleinen Raum zu blasen. Die Bläser lieferten sich einen Wettkampf und Schlagzeuger Jan Pfennig sah in kurzer Hose ohnehin aus, als wäre das Konzert eine Sportveranstaltung Nach der Pause legte die Band nochmal einen Zahn zu. Spätestens bei dem absoluten Party-Knaller „Remmidemmi“ war das Publikum in einem fortwährenden Hüpfzustand gefangen. Auch die Bandmitglieder waren nicht mehr zu bändigen. Sängerin Dorka Gryllus musste sich immer häufiger ausruhen und Mad Millian feierte vor der Bühne weiter, nachdem ihn die Menge durch den ganzen Raum getragen hatte. Nach der 2. Zugabe war das Konzert dann doch zu Ende. Aber heute Abend lässt es die Band noch einmal krachen. Damit endet ein erfolgreicher Marathon, der mit Sicherheit die CD-Verkäufe kräftig ankurbeln wird. Felix Bielefeld, Stadtmonster.de | ||
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